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07.08.2014

Hoffmann Group Interview



Arno Zensen kennt wie kein anderer das Motorsportgeschäft und speziell die Deutschen Tourenwagenmasters (DTM) und ist ein Urgestein des Motorsports. Er leitet als Geschäftsführer das Audi Sport Team Rosberg, das Team des ehemaligen finnischen Rennfahrers und Formel 1 Weltmeister Keke Rosberg. Dabei schöpft er mit seinem Team aus einem langjährigen Erfahrungsschatz: Ob Junior-Formelserien, Formel 3, Supertourenwagen oder A1 Grand Prix, kaum ein zweites Motorsport-Team in Deutschland hat in den ve
Herr Zensen, die erste Hälfte der DTM-Saison 2014 ist vorüber. Sie hatten sich mit Ihrem Team für 2014 einiges vorgenommen. Wie fällt Ihre persönliche Halbzeitbilanz aus?
„Durchwachsen. Wir hatten einige Chancen auf bessere Ergebnisse. Teilweise wurden sie uns vom Gegner genommen, teilweise haben wir uns selbst ein Bein gestellt. Absoluter Höhepunkt ist bislang der zweite Platz von Jamie Green am Norisring. Unser Rookie Nico Müller hat uns ebenfalls schon einige Freude bereitet, und sein fünfter Platz beim Rennen in Moskau ist sicherlich nicht die letzte Punktlandung von ihm in diesem Jahr.“

Mit Jamie Green haben Sie in dieser Saison einen erfahrenen Fahrer neu im Team. Wie läuft die bisherige Zusammenarbeit, was bringt er in Ihr Team Besonderes ein?
„Neben seinem Speed ist sein riesiger Erfahrungsschatz in der Tat eine ganz wertvolle Mitgift an unser Team. Jamie fährt jetzt seine zehnte Saison in der Serie und weiß einfach, wie der DTM-Hase läuft. Wir haben dank seines Inputs schon einige Arbeitsprozesse optimiert und auch die Rückmeldungen zum Auto sind sehr wertvoll für unsere Ingenieure. Was mich außerdem beeindruckt, ist sein Einsatz. Ohne seine Vorgänger diesbezüglich schelten zu wollen, aber Jamie Green ist der bislang fleißigste Fahrer, den wir je hatten. Schon vor Saisonbeginn hat er unser Team immer wieder in Neustadt besucht, um alles perfekt vorzubereiten. Insgesamt war er 14 Tage bei uns. Das hat der ganzen Mannschaft schon sehr imponiert.“

Nicht nur Ihre Fahrer sind neu an Bord, sondern auch Ihr Sponsor. Mit der Hoffmann Group konnte Audi sich die Unterstützung eines Experten in Sachen Qualitätswerkzeug sichern. Welche speziellen Anforderungen stellt eine DTM-Saison an das Thema Werkzeugversorgung?
„Ganz einfach: Wie in allen Bereichen in der DTM werden auch bei den Werkzeugen Top-Leistung und -Material verlangt. Und das aus guten Grund: Wir kämpfen auf der Strecke um Sekundenbruchteile. Da ist bei der Fahrzeugvorbereitung höchste Präzision erforderlich. Teilweise im Bereich von Hundertstelmillimetern. Das gelingt nur mit dem besten Werkzeug. Ich denke, jeder der regelmäßig handwerklich arbeitet, weiß gutes Werkzeug zu schätzen. Das Gleiche gilt für unsere Jungs in der Box – insbesondere dann, wenn es an der Rennstrecke sehr hektisch zugeht und jeder Handgriff auf Anhieb perfekt sitzen muss.“

Was spielt für Sie generell eine gravierende Rolle innerhalb einer funktionierenden Partnerschaft?
„Basis einer guten Partnerschaft ist es, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Wenn sie dabei besonders engagiert sind, kann man richtig etwas bewegen. Der Hoffmann Group muss ich dabei ein großes Kompliment aussprechen. Sie bringt nicht nur Top-Werkzeug in die Beziehung ein, sondern auch viel Herzblut. Bei jedem Rennen taucht das typische Hoffmann-Orange auf den Tribünen auf und wir bekommen auch in der Box regelmäßig Besuch von Hoffmann-Mitarbeitern. Man spürt, welch hohen Stellenwert das Thema DTM, die Partnerschaft zu Audi und auch zu unserem Team bei Hoffmann genießt. Das geht weit über ein normales Sponsoring hinaus. Insofern bin ich froh und auch ein wenig stolz, dass ausgerechnet unser Team die Hoffmann Group repräsentieren darf. Mal abgesehen davon, dass ein orangenfarbiges Auto auf der Strecke sofort ins Auge fällt.“

Wenn Sie die DTM mit anderen Rennsportklassen vergleichen: Was genau macht für Sie persönlich das Besondere an der DTM aus?
„Die extrem hohe Leistungsdichte, die meines Erachtens selbst die Formel 1 in den Schatten stellt. Die drei deutschen Premium-Hersteller kämpfen hier gegeneinander und man merkt, wo man geht und steht, dass keiner dem anderen freiwillig den Vortritt lässt. Dieser Wettstreit auf allerhöchstem Niveau ist auf der einen Seite natürlich extrem fordernd, aber umso wertvoller sind die Erfolge, die man erringt.“